Trommelreise
Erste Trommelreisen mit Kindern und erste Gehversuche in Schamanischer Heilarbeit

Eigentlich ist die Zeit ab der Sommersonnenwende eine Zeit der beginnenden Rückkehr und Reflexion. Bei mir war es jedoch in diesem Jahr irgendwie anders. Kurz vorher am 16.6. hatte ich einen sehr intensiven Traum. All das was ich in meiner schamanischen Ausbildung erfahren habe, kanalisierte sich und wies mich darauf hin endlich das auszuprobieren, was meine Bestimmung ist und wo ich so viele Hinweise erhalten habe. Als ich zur Frau Holle reiste erfuhr ich, dass ich mit meinen Händen arbeiten soll und Informationen von Menschen „lesen“ könnte. Dass ich die Fähigkeit hab, hinter die „Masken“ zu schauen und in ihr wahres Ich zuschauen – in ihre Seele, ihr Unterbewusstsein. Nach und nach hatte ich immer mehr das Gefühl die Menschen, von denen ich mehr erfahren wollte an ihrem Unterarm zu berühren. Warum gerade dort, wusste ich jedoch nicht. In meiner letzten Stunde mit Sian in meiner Ausbildung erzählte sie mir dann, dass dies die alte schamanische Cherokee-Tradition sei im Schamanismus zu arbeiten. Der Schamane legt seine Hände auf den Unterarm desjenigen, der zu ihm kommt, um ihm zu helfen. Ich war absolut geplättet.  Wie kann ich das Gefühl und das Bedürfnis nach einer alten Heilmethode habe, ohne von ihr zu wissen? Reine Intuition? Purer Instinkt? Ich hatte mich aber bisher noch nicht getraut, dass tatsächlich auszuprobieren. Also träumte ich Mitte Juni diesen Traum in dem ich es endlich testete und die Wirkung war so überirdisch, dass ich mich noch jetzt an die Kraft und Intensität dieser Energie erinnere und sie spüren kann.

Nun war ich aber doch neugierig geworden und beschloss ins „Üben“ zu gehen. Zuerst fragte ich meinen Mann Tom, ob ich es bei ihm testen könnte. Auch hier erlebte ich eine unglaubliche Kraft und wunderschöne Bilder von seinen Krafttieren und seinen aktuellen Themen. Ich war den Tränen sehr nahe, ob der Intensität, was ich da spüren durfte. Aber nun war ich angefixt und fragte noch andere Freunde. Auch hier erlebte ich ähnliches. Zunächst spüre ich die aktuellen Emotionen sehr intensiv und wenn wir einen Weg gefunden haben, mit ihnen umzugehen, erscheinen mir ihre Totem- und Krafttiere. Auch Hinweise auf die aktuellen Themen und welche Tiere und vor allem welche Medizin gerade notwendig ist. Nun bin ich weiter sehr gespannt, wie sich das entwickelt und was da noch kommt.

Tom, mein Mann, erzählt ganz stolz Freunden und Bekannten, dass ich eine schamanische Ausbildung gemacht habe, so dass ich  neuerdings immer von meiner Ausbildung erzähle und es sich zwar noch vorsichtig und doch gleichzeitig richtig und authentisch anfühlt. Die Menschen, denen ich davon erzähle, fragen dann direkt nach meinem Stundensatz, wie die Behandlung abläuft usw. Dann muss ich erst mal innehalten und erklären, dass ich noch absolut am Anfang stehe und noch „übe“ bzw. mich orientiere.  Natürlich fühlt es sich toll an so ernst genommen zu werden und bestätigt mich darin, dass der neue (alte) Weg der Richtige ist.

In unseren Sommercamps, die ich mit meinem Mann zusammen leite, habe ich  nun auch zum ersten Mal Trommelreisen angeleitet. Auch hier hat meine Mentorin Sian mir Mut gemacht, es auszuprobieren. Und es hat tatsächlich funktioniert und die Kindern und auch Trainer/Betreuer fanden es toll. Sie waren auch sehr überrascht, als ich ihnen erzählt habe, dass es meine ersten Versuche waren. Es war für mich unglaublich schön, zu hören, was sie teilen wollten. Sie erzählten von ihren Krafttieren und ihren Erlebnissen. Und vielfach passte es tatsächlich wahnsinnig gut zu den Kindern und ihrem Charakter, den wir bis dahin kennenlernen konnten. Überwältigend. Während der aller ersten Reise saß vor mir eine große Spinne, die mich fokussierte. Es schien mir, so reiste mit und wies mich gleichzeitig auf einigen hin. Denn nachdem ich nochmal nachlas, was Spinnen im Schamanischen Weltbild bedeuten, ergab es absolut Sinn. Sie zeigen dir auf, dass alles miteinander verwoben ist. Die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft sind enger miteinander verbunden als es wir es heute glauben. Ich für meinen Teil habe es so gedeutet, dass ich an die alte Tradition anknüpfe und sie im Jetzt den Kindern weitergebe, damit sie für die Zukunft fortbestehen kann. Das Gefühl – Nicht alleine zu sein – im Rücken gestärkt, mit einer Aufgabe, einer Mission voranzugehen, damit gesehen zu werden und geachtet, fühlt sich absolut wunderbar an. Traumhaft, magisch. richtig!